TIPPS FÜR EIN NACHHALTIGERES LEBEN

- neue, uneigennützige Service-Rubrik für meine Leserinnen und Leser -

Einen kurzen Überblick und Infos vorab bekommt ihr mit Klick auf die Fotos.

Copyright Fotos: Isabelle Vannier

Wie ich nachhaltig Plastik aus meinem Leben verbannen, unnötigen Müll vermeiden und generell meinen ökologischen Fußabdruck minimieren kann, beginne ich nach Jahren der Sorglosigkeit zugegebenermaßen auch erst nach und nach zu entdecken.

 

Wie ihr bereits auf der Startseite erfahren habt, liegen mir Umwelt und Naturschutz schon immer am Herzen. Doch allen guten Vorsätzen zum Trotz, in unserer Überflussgesellschaft ist man irgendwann so sehr im Konsumwahn gefangen, dass einem zum Beispiel meist gar nicht mehr auffällt, wie viel Müll man produziert, wo der überhaupt landet und was er anrichtet. Oder dass der Kauf von regionalem, saisongerechten Obst und Gemüse, statt zB. von weit her importieren Mangos und Avocados, klimatechnisch sinnvoller ist. Unter anderem.

 

Gut, dass da aktuell ein dringend überfälliges Umdenken stattfindet (wenn auch leider noch nicht in der breiten Masse), das auch mich wachgerüttelt hat.

Für mehr Infos ist hier ein sehr lesenswerter Artikel aus dem Medium "Der Freitag" namens "Das Plastik-Paradox" verlinkt. Darin wird verdeutlicht, dass der Kampf gegen die Plastikflut überfällig ist, aber nicht das größte Problem unserer Zeit außer acht lassen darf, den drohenden Klimawandel mit seinen zerstörerischen Folgen, bzw beides untrennbar miteinander verbunden ist und Folge von ungebremstem Konsum, Produktion und Wirtschaftswachstum.

 

Die Maßnahmen der Politik sind zu zögerlich und zeigen in Sachen "plastic ban" einen gefährlichen Trend auf, der sich abzeichnet: Der (immer noch zu halbherzigen) Plastikverbannung wird eine Umstellung des Materials der "Wegwerfartikel" wie zB. To-Go-Einmal-Kaffeebecher, hin zu sogenannten "umweltfreundlichen" Materialien folgen, was aber auch nicht die Lösung sein kann, weil bei Einmalgebrauch wertvolle pflanzliche Ressourcen wie Papier, Holz u. ähnl. noch weniger gewertschätzt und noch mehr verschwendet werden als bisher.

 

Eine Änderung des Konsumverhaltens, generelle Müllvermeidung, sowie Recycling und Upcycling (Wiederverwenden), wo es nur geht, wären sinnvoll, um nachhaltig was zu verändern. Und da ist nicht nur jede*r einzelne gefragt, sondern natürlich dringend auch Politik und Wirtschaft, auch was klimagerechte, bezahlbare Mobilität und eine schnellere Umstellung auf erneuerbare Energien angeht. In der Zwischenzeit versuche ich, als Teil der "zero waste"-Bewegung dauerhaft meinen Teil dazu beizutragen.  

 

Begleitet mich hier und auf Instagram dabei, wie ich euch Möglichkeiten vorstelle, mit einfachen, meist sogar kostengünstigeren Mitteln, Abfall zu reduzieren, Rohstoff-Ressourcen zu sparen, die Umwelt zu entlasten, und somit gesünder zu leben.

 

Das Meiste davon ist einfach ein "back to the roots", was man, bzw ich, aber auch erst wieder neu entdecken muss, wie zum Beispiel "Milchtankstellen" beim Bauern, "unverpackt"-Läden, in die man seine eigenen Behältnisse mitbringt (wie wahrscheinlich früher in den Tante Emma Läden oder auf dem Markt), Wasch-Stücke statt Shampoo in Plastikflaschen, aber auch ganz neue Produkte (zumindest hierzulande) für die zero-waste Monatshygiene.

 

(Hinweis: Die Seitenverlinkungen sind nicht als kommerzielle Werbung zu sehen, sondern als informative Empfehlung. Ich erhalte kein Geld von den verlinken Firmen und kooperiere nicht geschäftlich mit ihnen. Für mehr Infos verweise ich auf die Datenschutzerklärung.)


Milchtankstellen

 

Natürlich wäre eine vegane Ernährung tier-ethisch und ökologisch am sinnvollsten, aber ganz ehrlich: Auf etwas Milch in meinem morgendlichen Haferflockenmüsli möchte ich aufgrund der Nährstoffe und des Geschmacks ungern verzichten. Pflanzliche Alternativen wie Sojadrinks sind aufgrund des klimaschädlichen Anbaus, der Verpackung und der langen Transportwege ja auch keine Lösung.

Um dennoch sparsam mit der Kuhmilch umzugehen, ersetze oder "strecke" ich sie ab und zu mit selbstgemixtem Haferdrink aus Haferflocken (Rezept auf smarticular.net), aber das ist ja auch nicht jedermanns Sache, zB. zeit- oder geschmacksbedingt.

  

An Milchtankstellen (idealerweise natürlich von tierethischen Bio-Betrieben) könnt ihr frische Rohmilch direkt auf dem Bauernhof in euer eigenes Behältnis zapfen. Oft gibt es vor Ort leere Glasflaschen zu kaufen, die immer wiederbefüllt werden können.

Damit spart ihr nicht nur jede Menge Tetrapackmüll und Glasressourcen (die Glasherstellung, Transport und das Recycling sind enorme Energiefresser), sondern unterstützt die Landwirte in eurer Region und erhaltet zudem ein Naturprodukt, das mehr Vitamine enthält und zudem erfahrungsgemäß sogar für vermeintlich Laktoseintolerante wie mich verträglicher sein kann als industriell verarbeitete Milch. Warum das so ist, könnt ihr auf der Website des Bornhofes nachlesen.

Eine Karte zu Milchtankstellen zB. in Hessen gibt es zum Download auf der Seite des Landwirtschafts-Landesbetriebes Hessen. Ansonsten einfach Google befragen (bzw. die ökologische Alternative Ecosia). 

 


Bio-Körperpflege ohne Plastikverpackung, ohne Palmöl und ohne Silikone/Parabene

 

Zero-Waste Körperpflegeprodukte wie zB. feste Shampoo-Stücke gibt es mittlerweile von mehreren Anbietern. Als ehemals selbstständige Naturkosmetikerin mit sensibler Haut empfehle ich, sehr genau auf die Inhaltsstoffe zu achten, damit nicht am Ende ein Produkt mit allergieauslösenden Duftstoffen und Palmölderivaten im Einkaufswagen landet. In der Regel sind Unverpackt-Läden und die Online-Shops der Bio-Seifenmanufakturen in der Hinsicht sehr gut aufgestellt und nachhaltig.

 

Nach einer Umstellungsphase mit festem Shampoo und festem Conditioner hatte ich den Wunsch nach etwas noch simplerem ganz ohne eigentlich unnötige Zutaten und bin bei der Aleppo-Seife gelandet. Diese enthält traditionell nichts außer verseiftem Olivenöl und etwas Lorbeeröl und ist dadurch unheimlich pflegend und hautberuhigend. 

Ich verwende sie sowohl anstatt Reinigungsmilch für meine wirklich empfindliche Gesichtshaut, als auch zum Duschen und für die Haare. Wie eingangs (als Bildunterschrift) erwähnt, ist es aber unbedingt nötig, eine "saure Rinse", also eine Spülung aus Essig (2 EL) und 1 L Wasser zu machen, um damit die durch die Seife aufgequollene Haarstruktur zu glätten und das Haar somit kämmbarer zu machen. Ein unkomplizierter Ersatz für Conditioner und das Haar erhält seine Pflege ja durch das Olivenöl in der Seife. Funktioniert prima. Ideal bei hartem Wasser: Hier spült die saure Rinse den Kalkseifenfilm raus, der das Haar austrocknen würde. Evtl. muss bei extrem harten Wasser zweimal gespült werden. Die Essig-Spülung bleibt in jedem Fall sozusagen als Leave-in drin. Der Essig-Geruch verfliegt schnell.

 

Klimafreundlich wäre natürlich, Zero-Waste Körperpflegeprodukte nicht mit der Post kommen zu lassen, sondern wenn irgend möglich vor Ort in einem Unverpackt-Laden zu kaufen, aber wenn ihr keinen in der Nähe habt, ist die Post die bessere Lösung, als lange Anfahrtswege mit dem eigenen Auto.   


Monatshygiene

 

In Sachen Mens-Tassen, waschbare Binden und Co. zu vergleichsweise günstigen Preisen wurde ich im Online-Shop des hessischen Familienunternehmens Blumenkinder, ansässig im schönen Taunus, fündig. Vorteil: Kurze Transportwege und bezahlbare Investitionen, die sich lohnen, um nicht nur einen Haufen Müll zu sparen, sondern auch langfristig Geld für Binden, Tampons und Slipeinlagen.

Außerdem findet man bei Blumenkinder zu moderaten Preisen ua. alles für einen nachhaltigen Haushalt sowie Stoffwindeln.

Selbernähen, wenn ihr eine Nähmaschine und Stoffreste habt, ist eine noch sparsamere Option. Anleitungen dafür findet ihr zB. bei Utopia oder Smarticular.net, die ich bereits hier auf der Seite verlinkt habe, oder im Web.

 

Unten seht ihr meine Kombi aus selbstgenähten Binden (da ich in Sachen Technik/Nähmaschine eine Niete bin, mit freundlicher Unterstützung meines allroundbegabten Mannes :-) ) sowie gekauften Slipeinlagen und Mens-Tasse aus Silikonkautschuk (klappt super, wenn man den "Dreh" raus hat ;-) ).


Nachfolgend ein paar kleine Ideengeber, die man günstig, ohne Aufwand und meist sogar kostensparend umsetzen kann (werden regelmäßig ergänzt, sobald ich neue Infos für euch, und mich, entdeckt habe):

 

Einfrieren:

Statt Gefrierbeutel aus Plastik: Normale Schraubgläser von leeren Obstkonserven, ehemalige Gurkengläser, etc. (bei Flüssigkeiten genug Platz lassen und nicht zu fest verschrauben, damit das Glas bei Ausdehnung nicht springt). Brot und Brötchen kommen bei Bedarf gut verpackt im dicht gewebten Stoffbeutel (zB saubere Baumwoll-Einkaufstasche) in das Eisfach (gut und gerne bis zu einigen Wochen).

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass diese Möglichkeiten bis vor Kurzem noch völlig neu für mich waren. Dank früherer "Gefrierbrand"-Schockwerbungen im TV sowie dem Mythos "Glas platzt immer im Eisfach" ist bis jetzt für mich gar nichts anderes in Frage gekommen als Plastikgefrierbeutel und Plastikbehälter zum Einfrieren. Bis ich mich nun dank der zero-waste-Bewegung schlau gemacht und festgestellt habe, wie unnötig abhängig man sich vom Plastik hat machen lassen, und dass es bei richtiger Handhabung gute Alternativen gibt.

 

Abfall:

Statt Abfallbeutel aus Plastik: Restmüll in Zeitungspapier einpacken (auch Biomüll, denn das sogenannte Bioplastik löst sich nicht auf und muss auf der Deponie von Hand aussortiert werden), bzw. Abfalleimer einfach mit Zeitungspapier auslegen. Wenn man anfängt, mehr darauf zu achten, was man wegwirft, und dabei kurz überlegt, ob es dafür eine nachhaltige Alternative gibt, reduziert sich der Müll erfahrungsgemäß aber ohnehin schnell.

 

Wer noch tiefer in die Materie eintauchen möchte, dem empfehle ich, nach den mittlerweile zahlreichen, sehr guten Blogs und Seiten zu googeln, die zero waste zum Thema haben, wie zum Beispiel "Utopia" , sowie "Smarticular" und "Wasteland Rebel". Dort gibt es Profi-Tipps zur ultimativen Müllvermeidung und auch nachhaltige Do-it-yourself-Rezepte ua. für Küche, Haushalt, Haut und Haar.

 

Was man noch wissen sollte: Für eine komplette Umstellung muss man leider im Moment noch (vergleichsweise) ein wenig mehr Geld einplanen für Bambus- und Holzzahnbürsten. Damit tue ich mich unter anderem deswegen schwer, zumal ich eine hundertprozentig abbaubare, nachhaltige und dennoch bezahlbare Alternative zur Plastikzahnbürste bisher nicht gefunden habe. Die Borsten sind trotzdem meist aus schwer abbaubarem, wenn auch teilweise biologischen Kunststoff oder Nylon, und dass ich Holz als Material für Wegwerfprodukte nicht gutheiße, habe ich ja oben schon erwähnt.

Am ehesten kämen für mich wohl die Zahnbürsten von "Bambusliebe" in Frage, denn nur dort gibt es sie in dem von mir bevorzugten Härtegrad, in Wellenform und in vergleichsweise günstigen Sparpacks, sowie eine vegane Zahnseide auf pflanzlicher Basis (für die keine Seidenraupen sterben mussten wie bei anderer Bio-Zahnseide, und kein Nylon verwendet wurde wie bei herkömmlicher Zahnseide).

Bambus ist ein schnell nachwachsender Rohstoff, für dessen Ernte nicht die ganze Pflanze gefällt werden muss, sondern nur gekappt, und dann weiterwächst. Ein eindeutiger Pluspunkt. Das Material kommt zwar von weit her, aber weite Transportwege haben wir ja derzeit für aus Erdöl gewonnenes Plastik auch, bzw für den Rohstoff an sich, mangels Ölfeldern vor der Haustür.  

 

Auf jeden Fall werde ich euch auf dem Laufenden halten über meine weiteren Schritte in ein nachhaltigeres Leben. Ich freue mich, wenn ihr mich dabei begleitet :-)